#NoCuts Demo vor dem Hauptgebäude der JLU

Es wird konkret: Im Sommer wurde die Finanzierungsgrundlage der hessischen Hochschule, genannt Hochschulpakt, von den hessischen Universitätsleitungen unterschrieben.

Das Land Hessen zwingt Schulen und Hochschulen mit dem neuen Pakt zu Einsparungen. 10% des Personals soll an den Hessischen Hochschulen abgebaut werden. Die JLU erwartet außerdem ein Defizit von 25 Millionen Euro im Jahr.[1] Wie sich diese Kürzungen im Detail auf die Unis auswirken werden, war über Monate unklar. Auch weil das Land Hessen es den Hochschulen überlässt, wie sie die Kürzungsziele erreichen. Das Präsidium hat nun die entsprechenden Entscheidungen getroffen. 

Was wir über den FB04 wissen                                                                                                                                  Fakt ist, dass in allen Fachbereichen Stellen gestrichen werden. Im Fachbereich 04 sollen laut Dekanat sechs Professuren in den nächsten Jahren abgebaut werden. Das sind 20% der Professorenstellen in unserem Fachbereich. Abbau von Professuren bedeutet dabei in erster Linie keine Kündigungen, sondern „nur“, dass durch Pensionierung auslaufende Professuren nicht nachbesetzt werden. Das bedeutet aber auch, dass die Zukunft mancher wissenschaftlichen Mitarbeitenden derzeit ungewiss ist.

 Sorgenkind Turkologie                                                                                                                                               Die Professur für Turkologie soll nach aktuellen Plänen mit der Pensionierung von Prof. Dr. Mark Kirchner im Oktober 2026 gestrichen werden. Da es jedoch Studierende im Fach Turkologie gibt, die zum Teil sogar gerade erst ihr Studium begonnen haben, wird das Präsidium eine mehrjährige Vertretungslösung finden müssen. Nach Paragraf 18 Absatz 2 des Hessischen Hochschulgesetzes haben Studierende nämlich bei der Einstellung eines Studienganges den Rechtsanspruch darauf, ihr Studium in Regelstudienzeit beenden zu können.[2] Es laufen derzeit Gespräche darüber, wie das Lehrangebot weiterhin sichergestellt werden kann.

Situation im Fach Geschichte

In der Geschichte wird es vor allem in den Bereichen Mittelalter und Frühe Neuzeit eng. Mit der Pensionierung von Frau Reinle im Oktober 2028 wird das Lehrangebot im Mittelalter geringer ausfallen, da auch diese Stelle nicht nachbesetzt wird.  Und dass, obwohl im Kombibachelor GuK bis zu drei Mittelaltermodule belegt werden müssen und die Seminare auch bei den Lehramtsstudierenden Pflicht sind. Eine Anpassung der Studienordnung dahingehend könnte eine Folge sein. In der Frühen Neuzeit ist die Professur zwar nicht gestrichen, aber die Stelle von Herrn Carl wird demnächst frei und eine Nachfolge ist noch nicht in Sicht. Nachbesetzungen von Professuren sind im Allgemeinen ein Prozess, der ungefähr ein Jahr dauert. Um eine nahtlose Übergabe zu ermöglichen, hätte das Verfahren schon anlaufen müssen. Um eine nahtlose Übergabe zu ermöglichen, hätte das Verfahren schon anlaufen müssen. Möglicherweise bewilligt das Präsidium hier eine Vertretung bis die Nachfolge geklärt ist. Ansonsten wird auch hier das Lehrangebot eingeschränkt.

Soweit ein erstes Update aus der Fachschaft 04. Wir sind derzeit im Gespräch mit verschiedenen Akteuren und vertreten euch im Direktorium, der Fachschaftenkonferenz und dem Fachbereichsrat. Weitere Informationen folgen demnächst. 


[1] https://www.uni-giessen.de/de/ueber-uns/pressestelle/hochschulpakt

[2] https://www.uni-giessen.de/de/mug/1/pdf/1_31_00_1_HHG2021_DruckJLU


Der Beitrag wurde von Alina Grinda geschrieben. Die Fußnote ist ein Projekt der Fachschaft Geschichts- und Kulturwissenschaften und informiert über die aktuelle Situation im Fachbereich 04.