Es stehen mal wieder fünf Abgaben für die Uni an, du kommst bei deinen Seminaren nicht mehr mit oder schaffst es nicht, Studium und Haushalt zu vereinbaren? Dann bietet dir die Nightline Gießen eine Möglichkeit, mit anderen Studis darüber zu reden.
Seit Anfang dieses Jahres können Gießener Studierende und Promovierende anonym, vorurteilsfrei und vertraulich mit anderen Studierenden der JLU und THM über ihre Probleme sprechen. Laut dem Vorstand der Nightline äußert sich der vorurteilsfreie Umgang in Gesprächen dadurch, dass sich die Mitarbeitenden „kein Urteil über die anrufende Person oder das Erzählte“ anmaßen würden. Das Angebot werde bisher „gut angenommen“ und besonders in den Prüfungsphasen nehme die Nachfrage zu. Für die Telefonate muss kein Termin vereinbart werden. Zusätzlich ist es seit Juli dieses Jahres möglich, die Nightline per Live-Chat zu erreichen.
Aufbau des Projektes
Das Projekt ist gemeinnützig und damit an keine Institution oder Partei gebunden. Laut der Nightline-Website wird das Angebot von der JLU, der THM, dem AStA und durch Spenden von Unternehmen oder Privatpersonen unterstützt. Der Vorstand berichtet, dass sich die Unterstützung durch die Universitäten „vor allem auf organisatorische Unterstützung, Vernetzung und unterstützende Strukturen für den Aufbau und die Durchführung des Angebots“ beziehe. Zudem erhält die Nightline auch von der Psychiatrie und Psychosomatik des UKGM, sowie dem Freiwilligenzentrum Gießen e. V. Unterstützung. Genaue Zahlen der ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen teilte der Vorstand nicht mit, um die Sicherheit und Anonymität aller Beteiligten zu wahren. Allerdings engagierten sich laut dem Vorstand zum Start des Projektes bereits ungefähr 50 Studierende ehrenamtlich.
Prinzipien und Vorgehen in Gesprächen
Anonymität und Vertraulichkeit stehen im Mittelpunkt der Nightline. Sowohl Anrufende als auch Mitarbeitende verschweigen ihre Identität. Die Nummern der Studierenden werden unterdrückt und keines der Gespräche wird aufgezeichnet. Zudem haben alle Nightliner:innen eine Schweigepflicht. Laut dem Vorstand bietet das Prinzip der Anonymität „einen sicheren Rahmen für Anrufende und Ehrenamtliche“. Außerdem werde dadurch sichergestellt, dass sich Studierende melden können „ohne Sorge zu haben, dass persönliche Anliegen weitergetragen werden, gerade weil man ja an der gleichen Uni studiert“. Während der Anrufe hören die Nightliner:innen zu und geben euch Raum, eure Gedanken und Gefühle auszusprechen.
Die Ehrenamtlichen werden geschult, um angemessen auf verschiedene Themen reagieren zu können. „Dabei geht es unter anderem darum, eine zugewandte, offene Gesprächshaltung zu entwickeln“, so der Vorstand. Außerdem gibt es für die Beteiligten regelmäßige Fortbildungen und professionelle Supervisionen, also Nachbesprechungen von Telefonaten, die mehrmals im Semester stattfinden. Dennoch ersetzt die Nightline keine professionelle Beratung. Wenn es von den Anrufenden gewünscht wird, leiten die Zuhörer:innen sie an professionelle Hilfsangebote in der Region weiter.
💡 WICHTIGE INFOS 💡
Ihr könnt montags bis freitags von 20 bis 1 Uhr unter 0641 20107055 bei der Nightline anrufen. Das Chatangebot steht mittwochs zu denselben Zeiten zur Verfügung.
Mitarbeit
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich auf der Nightline-Website eintragen und jedes Semester einsteigen. Dafür gibt es einige Voraussetzungen, unter anderem die Bereitschaft, eine dreitägige Grundausbildung sowie Fortbildungen und Supervisionen im Semester zu absolvieren. Auch die zentralen Prinzipien der Verschwiegenheit und Anonymität müssen beachtet werden. Falls ihr dieses Ehrenamt ausüben möchtet, solltet ihr nicht mit euren Freund:innen darüber sprechen, um die Anonymität der Mitarbeitenden und damit das sichere Umfeld der Nightline zu schützen. Bei Interesse besteht die Möglichkeit, sich in der Telefonarbeit, im Chat oder in der Organisation des Projektes einzubringen.
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